Zink Nickel
Zink-Nickel ist eine Zink-Legierung mit einem Ni-Anteil von 12% bis 15%, die sich durch sehr hohe Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse und schwach saure Medien auszeichnet. Die Schicht wird im Regelfall auf Stahl- und Eisenwerkstoffen eingesetzt und aus alkalischen Elektrolyten abgeschieden. Die Zink-Nickel-Legierung vereint in idealer Weise die korrosionshemmenden Eigenschaften von Zink und Nickel. Bei korrosiver Beanspruchung bildet sich ein fest haftender, gräulicher Oxid-Film auf der Oberfläche, der nicht ablösbar ist und dadurch vor weiterer Korrosion schützt.
Das Zink hat darüber hinaus kathodische Fernwirkung, d.h. bei Verletzungen der Oberfläche wirkt Zink als Opferanode und schützt auch den blanken Stahl in der unmittelbaren Umgebung. Zink-Nickel Oberflächen haben typischerweise Schichtstärken von 5µm bis 10µm, diese Schichten erreichen problemlos 720 h im Salzsprühnebeltest gegen Rotrost und erfüllen damit alle gängigen Normen in der Automobilindustrie. Die Abtragsraten im Korrosionstest liegen bei ca. 1/10 der Abtragsraten von reinen Zink-Schichten, so dass je nach Schichtstärke auch wesentlich höhere Korrosionsbeständigkeiten (>720 h) möglich sind.
Zink-Nickel-Schichten sind bei Temperaturbelastung bis 180°C korrosionsbeständig und eigenen sich damit auch für Bauteile im Bereich von Verbrennungsmotoren, bei denen reine Zink-Schichten versagen. Für Anwendungen, bei denen eine nachträgliche Verformung des Stahl-Substrates vorgesehen ist (z.B. gerade Rohrleitungen, die nach Beschichtung verformt werden), kann die spezielle duktile Variante Ductalloy® eingesetzt werden - auch an den verformten Stellen wird damit eine Korrosionsbeständigkeit von 720 h gegen Rotrost erreicht. Abhängig von den dekorativen Anforderungen kann die Zink-Nickel Oberfläche metallisch silbergrau, schwarz, bläulich-violett oder gelblich-braun passiviert werden
Die Passivierungen sind i.d.R. CrVI-frei; im Einzelfall sind auch CrVI-haltige Systeme im Einsatz. Eine anschließende Behandlung mit Gleitmittel oder Versiegelung ist möglich; die Haftung von Lacken auf Zink-Nickel ist ausgezeichnet. Die typische Korrosionsbeständigkeit gegen Weißrost liegt bei 480 h. Die Wasserstoffversprödung durch den Beschichtungsprozess kann durch eine anschließende Wärmebehandlung vermieden werden. Dabei hat Zink-Nickel den Vorteil, dass dies im rationellen Einstufenverfahren möglich ist, da die Wärmebehandlung keinen negativen Einfluss auf die Passivierung hat.
Zink-Nickel wird überwiegend bei Bauteilen in der Automobilindustrie eingesetzt – vorzugsweise im Motor- und Fahrwerksbereich in Zonen mit hoher Korrosionsbeanspruchung. Darüber hinaus gibt es Anwendungen in Nutzfahrzeugen und im Maschinenbau bzw. in der Hydraulikindustrie.






